Rezension: „In die globale Wirtschaft gezwungen“

Unter dem Einfluss der Post-colonial Studies haben sich Forschungen zur Kolonialherrschaft in Afrika seit den 1990er Jahren intensiv mit kultur- und diskursgeschichtlichen Aspekten befasst. Das Interesse an der sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Dimension kolonialer Verhältnisse ist indes nicht abgeklungen, zuletzt scheint es eher zu erstarken.[1] Die vorliegende Studie über Arbeit und „kolonialen Kapitalismus“ im Kongo, mit der die Historikerin Julia Seibert 2012 an der Universität Trier promoviert wurde, lässt sich als Ausdruck dieser Entwicklung lesen: Über die Klärung der Frage, wie der Kolonialstaat in subsistenzbäuerlich organisierten Gesellschaften das Arbeitsmodell des Industriekapitalismus durchzusetzen vermochte, sucht die Autorin sowohl Einsichten in die Transformation kongolesischer Arbeits- und Lebenswelten gewinnen als auch die Globalgeschichte der Arbeit um Befunde zu Zentralafrika erweitern…

…weiter bei: Connections

 

[1] Im deutschsprachigen Raum zeugen davon unter anderem die Afrika-bezogenen Forschungen am Berliner Kolleg „Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive“ und in der Gießener DFG-Forschergruppe „Gewaltgemeinschaften“ sowie jüngst die Themenwahl der Vereinigung für Afrikawissenschaften für ihre Zweijahrestagung 2016: „Afrika in einer kapitalistischen Welt“.

 

0 Responses to “Rezension: „In die globale Wirtschaft gezwungen“”


  • Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort