Rezension: „Australian Aboriginal Whalers and Sealers in the Southern Oceans, 1790–1870“

Die Jagd auf Wale und Robben bildete in den ersten Jahrzehnten der Kolonisierung Australiens einen bedeutenden Zweig der Siedlerwirtschaft. Auf den Schiffen und in Verarbeitungsstationen, die ab etwa 1800 entlang der Küste und auf ihr vorgelagerten Inseln entstanden, arbeiteten auch aboriginale Männer und Frauen. Den Kolonialismus erlebten sie nicht bloß als Enteignung, Vertreibung und Unterdrückung: Viele von ihnen, so die australische Historikerin Lynette Russell in ihrer hier vorliegenden Darstellung, wussten den Wal- und Robbenfang für ihr persönliches Fortkommen zu nutzen, indem sie sich mit dem dabei verdienten Geld ein gewisses Maß an Unabhängigkeit bewahrten und auch eigene unternehmerische Initiativen ergriffen. Ihre bisherige Lebensweise mussten sie dafür zwar in Teilen aufgeben. Zugleich aber konnten sie sich als hybride und kreolisierte Akteure zwischen aboriginaler und kolonialer Gesellschaft behaupten, so die Autorin weiter, und sich Bewegungsspielräume jenseits der vom Kolonialstaat für Aborigines vorgesehenen Gebiete eröffnen…

…weiter bei: Jahrbuch für europäische Überseegeschichte 14 (2014)

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